Meer Blick 



Beim Fotografieren ist der Blick meist nach außen gerichtet, der Blick sucht nach einem interessanten Motiv, einer ungewöhnlichen Perspektive, nach ordnenden Formen, ... . 
Bei den Meerbildern stand nicht das Motiv im Vordergrund sondern das Bestreben, den Blick nach Innen zu richten, eigene Stimmungen aufzunehmen und dann im richtigen Moment von einem erspürten Standpunkt aus einen atmosphärischen Blick einzufangen. Lässt man sich auf diese meditative Spurensuche ein, so funktioniert das Bedienen des Auslösers nahezu automatisch, eine innere Gewissheit stellt sich ein, diesen Augenblick zu erfassen.
Vielleicht kann der Betrachter / die Betrachterin sich in dem einen oder anderen Foto auch verlieren, sich von dem Foto aufnehmen und weitertragen lassen, in das Bild eintauchen und sich auf eine Stimmung oder gar die eigene Stimme einlassen. 

Fotografie bedeutet entsprechend seines etymologischen Ursprungs: ´Zeichnen mit Licht´- in der Schwarzweißfotografie ist damit zugleich eine künstlerische Ausdrucksform beschrieben. 

Ein Schwarzweißfoto ist näher an der Deutungsebene des Betrachters als an der wahrgenommenen Realität. Der Vergleich mit der Realität wird dadurch eher uninteressant, die Dekonstruktion gewohnter Sichtweisen und die Konstruktion eigener Interpretationen werden zu einem bedeutenden Motiv der Auseinandersetzung mit einem fotografischen Bild.