Street (Art) Fotografie

Eine Momentaufnahme des Alltags kann die Zeit fixieren, das Alltägliche hervorheben und damit die Besonderheit eines Augenblicks betonen. Fotos können aufzeigen und verdeutlichen, was im Kontinuum der Zeit manchmal untergeht. Jeder Moment hat eine Bedeutung, dieser wird durch die Konzentration auf eine Szene fokussiert und zugleich wird dadurch eine Lebenswelt sichtbar.
Es ist also das Auslösen der Kamera an einem bestimmten Ort in einem Augenblick, der in diesem Moment typisch für etwas ist, welcher sich gerade vor dem Auge des / der Fotografierenden abspielt – eine Schlüsselszene für eine (Kurz-)Geschichte, die gerade zu beobachten ist. Durch ein Foto versuche ich eine Episode des Lebens sichtbar zu machen. 

Sich in die Zeit fallen lassen, Geduld haben, Empathie für die Umgebung aufbringen, ein wenig wie ein Zukunftsdeuter  beobachten, Glück haben und noch einiges mehr – das sind die Zutaten für eine Fotografie, die den Augenblick erfasst und im besten Fall Geschichten im Kopf des Betrachters und der Betrachterin auslöst. Ein für mich wichtiger Leitgedanke beim Fotografieren ist die fogende Aussage: "Machen Sie sich keine Gedanken darüber, wie ein anderer ihr Motiv fotografiert hätte…. Machen Sie aus jedem Foto eine Zusammenarbeit  mit dem, was Sie vorfinden."  (David duChemin: Die Seele der Kamera… und die Rolle des Fotografen. dpunkt.verlag 2017, S. 121). Manchmal wird aus der ´Zusammenarbeit´ eine interessante Begegnung, ein Austausch zwischen Menschen, die aneinander Interesse haben, und sei es nur für eine kurze Zeit, die dann im Foto nachwirken kann ... 

Ich möchte mit meinen Fotos aufmerksam machen, ein Innehalten herausfordern und den eigenen Gedanken Raum geben, Empathie und Respekt vor dem Anderssein unterstützen und auffordern, unsere Lebenswelt unter dem Aspekt von Gerechtigkeit und Verantwortung zu befragen.